Rexel verkauft Lateinamerika-Geschäft an Sonepar

Rexel beendet seine Engagements in Brasilien, Chile und Peru und will sich zukünftig voll auf die Regionen Europa, Nordamerika und Asien-Pazifik konzentrieren.

Der Verkauf der Aktivitäten in Lateinamerika entspricht nach Firmenangaben erst ca. 40% der Unternehmungen, die insgesamt bis Ende 2016 verkauft werden sollen, um die Aktivitäten anschließend auf die genannten drei Hauptmärkte fokussieren zu können.

Dankbarer Käufer ist der große Konkurrent Sonepar, der für das Lateinamerikageschäft von Rexel 51 Mio. USD (47 Mio. EUR) bezahlt. Die Transaktion muss noch von den Wettbewerbsbehörden abgesegnet werden.

Brasilien, Chile und Peru steuerten 2014 zusammen 256,8 Mio. EUR (minus 3,8% im Vergleich zum Vorjahr) zum Rexel-Gesamtumsatz bei (2% des konsolidierten Gruppenumsatzes).

Das EBITA  2014 wies bezüglich dieser drei Länder einen Verlust von 3,3 Mio. EUR aus (gegenüber einem Gewinn von 0,8 Mio. EUR in 2013).

In Bezug auf Brasilien, das nahezu 60% der Aktivitäten in Lateinamerika ausmacht, sah man bei Rexel aktuell seine ursprünglichen Investment-Kriterien und Wachstumserwartungen nicht mehr erfüllt, so dass ein Verbleiben in dem Land nicht mehr gerechtfertigt sei. Chile und Peru schließlich, deren gemeinsamer Umsatz zuletzt ca. 100 Mio. EUR ausmachte, seien relativ kleine Märkte mit limitierten Möglichkeiten, so dass man sich entschlossen habe, sich auch hier zurückzuziehen und damit seine Aktivitäten in gesamt Lateinamerika zu beenden

Der Verkauf dürfte für Rexel einen Verlust von ungefähr 70 Mio. EUR vor Steuern bedeuten. Bezogen auf die konsolidierte Jahresbilanz von 2014 ergäbe sich ein Umsatzrückgang von 5% und ein moderater Zuwachs des freien Cashflows vor Zinsen und Steuern.