19
Mai

EUEW-Konferenz 2019

Die diesjährige Elektrogroßhandels-Konferenz fand vom 9.-11. Mai in Brüssel statt. Hans Hanegreefs, der Sekretär der europäischen Vereinigung, hat mit seinem Team wiederum ein gutes und ansprechendes Programm auf die Beine gestellt.

EMR war in den letzten 18 Jahren bei den verschiedenen Europa-Tagungen immer dabei, zum Teil auch als Referent, weshalb wir uns mal erlauben einen kritischen Blick auf die Tagung des Verbandes zu werfen, wobei man sich fragen muss ob eine internationale Tagung solch eines bedeutenden Industriezweigs noch den Erwartungen in der Zukunft entspricht.

Die Vorträge von z. B. Ian Heller und insbesondere der Vortrag über China von Pascal Coppens haben ganz besonders herausgestochen. Anmerkung: Leider vergessen viele Muttersprachler (als Referenten) zu oft, dass bei einer internationalen Konferenz für die meisten Anwesenden englisch/ amerikanisch, eine Fremdsprache ist, entweder sie sprechen zu schnell oder zu kompliziert. Bei den Zuhörern reichen in den meisten Fällen deren Kenntnisse für small talk aus,  aber nicht für einen entsprechenden qualifizierten Vortrag;  deshalb wäre es wünschenswert, dass der Vortragende seine Ausführungen entsprechend anpasst. Vor Jahren noch wurde das stärker berücksichtigt und die Vorträge wurden simultan übersetzt, allerdings wird das seit einigen Jahren leider nicht mehr gemacht.  

Der Einladung zur Konferenz sind 258 Personen gefolgt, davon waren 139 Hersteller, 100 Elektrogroßhändler (von Verbänden oder Konzernen oder unabhängigen Firmen) und 19 Sonstige.

Schon diese Zahlen zeigen, dass mehr Hersteller bei der Großhandelskonferenz waren, als Großhändler selbst. In Europa gibt es ca. 2.800 Elektrogroßhändler mit insgesamt über 12.000 Niederlassungen  und man darf schon mal nachfragen, an was es liegt, dass der  Großteil der  Großhändler nicht bei der Jahrestagung des eigenen Verbandes teilnahm: lag‘s am Programm, lag‘s an den Kosten für die Tagung ( denn mit Flug, Übernachtung, Tagungskosten usw. kommen schnell mal mindestens 1.300,- EUR zusammen!!), oder lag‘s einfach daran ,dass die Mehrzahl der nationalen Großhändler gar nichts von der europäische Konferenz ihres Verbandes wussten. 

Seit Jahren läuft die Tagung nach dem gleichen Schema ab und vielleicht müssten die Organisatoren  das Ganze mal auf den Prüfstand stellen um evtl. attraktiver zu werden und zu zeitgemäßeren Lösungen und Abläufen zu kommen, um dadurch in der Zukunft  eine stärkere Akzeptanz ihrer Konferenz zu erreichen. Der europäische Elektrogroßhandel hätte es verdient.